Auswirkungen für die Patientinnen und Patienten

Folgen einer (g)GmbH-Gründung für die Patientinnen und Patienten

Ist die Regelversorgung der Bevölkerung durch ein privatwirtschaftlich agierendes Unternehmen gesichert?

Eine gewinnorientierte Betreiberschaft einer Klinik hat stets zur Folge, dass sich die medizinische Versorgung nach den höchstmöglichen Erlösen ausrichtet. Es wird zunehmend darum gehen, die Verweildauern noch mehr zu senken, Privatpatienten zu werben und Patienten mit besonders „lukrativen“ (also gut bezahlten Erkrankungen) zu behandeln.

Kann sich die Personalpolitik einer Klinik auf die Versorgung der Patientinnen und Patienten auswirken?

Im Rahmen der Gewinnmaximierung in privatrechtlichen Unternehmen werden oft Stellen abgebaut. Das bedeutet noch mehr Arbeitshetze für die Beschäftigen und weniger Zeit pro Patient/in.

Können sich die Kürzungen der Löhne und Gehälter auf die Versorgung der Patient/innen auswirken?

Ja. Krankenhäuser erhalten seit einigen Jahren für die Behandlung von Krankheiten festgesetzte Pauschalen. Für jede Diagnose ist in diesem Fallpauschalensystem festgelegt, wieviel Geld für die Behandlung des jeweiligen Patienten zur Verfügung steht. Die Krankenhäuser melden am Jahresende, welche Kosten sie hatten und danach wird dann die Pauschale für den nächsten Zeitraum berechnet.

Wenn Arbeitgeber nun versuchen, kurzfristig Geld zu sparen, indem sie die Löhne kürzen, geben sie den Krankenkassen geringere Ausgaben an. Das führt dann dazu, dass die Pauschalen für den nächsten Zeitraum wieder nicht steigen. Das verschärft wiederum die Unterfinanzierung der Krankenhäuser, da sie von den Krankenkassen weniger Geld erhalten. Und das kommt bei den Patientinnen und Patienten als verschlechterte Versorgung an.

Bedeutet eine Fusion der Krankenhäuser Dresden Neustadt und Dresden Friedrichstadt eine Verbesserung der Versorgung?

Fusionen haben das unternehmerische Ziel, Synergieeffekte zu erschließen, also zu sparen. Stellenabbau und möglicherweise sogar Schließung einzelner Stationen können somit nicht ausgeschlossen werden. Wahrscheinlich werden die Häuser verschiedene Fachgebiete unter sich „aufteilen“, so dass nicht mehr beide Häuser alle Fachstationen anbieten. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das deutlich längere Fahrwege. So geschah es beispielsweise in Berlin, wo die städtischen Krankenhäuser zum Konzern „Vivantes“ fusioniert wurden. In der Folge wurden dort innerhalb von 3 Jahren 4.000 von 17.000 Stellen abgebaut.

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Kommentare
  1. Peter Frank sagt:

    Sparen finde ich gut – ich stimme für eine GmbH!

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